Dummyarbeit

Die Wurzeln des Dummytrainings liegen in Grossbritannien. Mitte des 20. Jahrhunderts kamen britische Jäger auf die Idee, gefüllte Leinensäckchen als Wildersatz für das Training zu nehmen – das erste Dummy (=engl. Attrappe) war erfunden.
Ab nun konnten junge, unerfahrene Hunde durch das Training mit Dummys auf die typischen Situationen einer Niederwildjagd vorbereitet und ausgebildet werden. Auch konnten ausgebildete Jagdhunde ausserhalb der Wildsaison trainiert werden, ohne unnötig Wild zu „verbrauchen“.

Die Dummyarbeit ist längst nicht mehr nur in Jägerkreisen bekannt. Die Dummyarbeit hat sich mit den Jahren als ein eigener Hundesport, mitsamt Wettbewerben, den sogenannten „Workingtests“, etabliert.
Die Aufgaben in den Workingtests sind stark an den Anforderungen in der jagdlichen Praxis orientiert. Es werden verschiedenste Situationen simuliert, die bei einer Jagd vorkommen können – nur eben mit Dummys statt echtem Wild.

Der besondere Reiz der Dummyarbeit liegt vor allem darin, dass zwischen Hund und Hundeführer eine große Vertrauensbasis entstehen muss, um erfolgreich zu arbeiten. Der Hund arbeitet zum Teil in großer Entfernung vom Hundeführer, muss einerseits viel selbständiges Arbeiten zeigen, andererseits aber immer durch den Hundeführer ansprechbar und lenkbar sein. Darüber hinaus gibt es beim Dummytraining eine schier unerschöpfliche Bandbreite an Aufgaben. Auch wenn der Grundstein in den sogenannten “drei Apporten” liegt (Markierung, Einweisen, Suche) so gibt es unendlich viele Variations- und Kombinationsmöglichkeiten. Es bleibt also immer spannend und abwechslungsreich.

Markieren

Beim Markieren soll der Hund das Jagdgeschehen aufmerksam verfolgen. Er beobachtet nebem seinem Führer die Flugbahn des „geschossenen Vogelwildes“ und merkt (markieren) sich die Fallstelle. Der Hund geht auf Signal des Führers das Dummy holen und bringt es zurück. Mit der Aufgabenstellung wird die Augenleistung des Hundes trainiert.

Suchen

Unter Suchen, auch „Freiverlorensuchen“ genannt, versteht man einen Apport, bei dem der Hund nicht markieren konnte und auch der Hundeführer nicht genau weiß, wo die Fallstelle des Wildes ist. Der Hund soll hierbei durch selbstständiges Suchen das Wild finden. Die Aufgabenstellung spricht in erster Linie die Nasenleistung des Hundes an.

Einweisen

Einweisen des Hundes bei nicht auf Sicht geworfenen Dummys (»Blinds«). Beim Einweisen lenkt der Hundeführer den Hund mit Hilfe von Stimme, Pfeife und Handzeichen möglichst auf direktem Weg in das Fallgebiet. Der Hund soll Richtungsweisungen auch über größere Distanzen hinweg befolgen, ohne dass er die Fallstelle des Dummys kennt. In dem Moment, in dem er im Zielgebiet angekommen ist, soll er auf Befehl in einem sehr engen Bereich mit einer selbstständigen Suche beginnen, Dummy aufnehmen und zurück bringen. Trainiert wird hier vor allem auch die Teamfähigkeit des Hundes.