Ich bin ein Flat

Freundlicher Lernbegieriger Arbeitsfreudiger Temperamentvoller Flat

Immer wieder höre ich von Frauchen und Herrchen: er ist eben ein typischer Flat!

Hört, wie das aus meiner Sicht aussieht:

Mein Charakter

Wie alle Retriever bin ich ein Vielfresser und Feinschmecker. Am liebsten mag ich mein Futter, Leckerli, Äpfel und Bananen. Als Welpe war ich noch nicht sehr wählerisch. Da dürfte es auch ein Socken oder eine Plastiktüte sein. Abwechslung braucht der Hund! Diese Zeiten sind jetzt aber endgültig vorbei. Immerhin bin ich inzwischen vier Jahre alt. An manchen Tagen finde ich im Wald gewisse Dinge die sehr schnell im Magen verschwinden. Damit meine ich nicht hundegerechte Nahrung. Perfekt bin ich immer noch nicht…..

Da ich sehr temperamentvoll bin brauche ich viel Auslauf und Beschäftigung. Verschont mich bloss mit langweiligen Spaziergängen! Ich muss immer etwas zu entdecken haben und will viel Abwechslung. Gerne mache ich Kopfarbeit, d.h. Gegenstände im Wald – und auch im Haus – suchen. Da kann ich auch gleich meine Supernase einsetzen. Wald- und Wiesenagility liebe ich ebenfalls, da so mein ganzer Körper im Einsatz ist. Ich schwimme auch leidenschaftlich gerne im Rhein. Mit anderen Hunden spielen macht so viel Spass. Apportieren finde ich Klasse, egal ob zu Lande oder im Wasser. Wasser ist mein Element und zwar in jeder Form, egal ob sauber oder schmutzig, Hauptsache nass. Da bekomme ich immer wieder den Spruch zu hören: es muss so sein, sonst wär’s kein Flat.

Wisst ihr, dass der Flat der sensibelste von allen Retrieverrassen ist? Auf mich trifft es jedenfalls zu, denn ich mag es überhaupt nicht, wenn Herrchen oder Frauchen streng zu mir sind! Einfühlsame Erziehung brauche ich. Ich habe grosse Freude am Erlernen von Neuem. Wichtig ist, mit mir eine Ausbildung zu machen. Ausser Schutzhund, diese Arbeit gefällt mir nicht so.

Ich brauche ständigen Kontakt mit meinen Leuten. Zu Hause allein sein? Nein, das ist nichts für mich. Darum gehe ich auch täglich mit meinem Herrchen zur Arbeit.

Zu allen Zwei- und Vierbeinern bin ich freundlich. Vor lauter Freude schlabbere ich die Gäste ab: ich bin eben ein Flat!

Es wird öfters gefragt, ob ich ein Setter sei. Ja, ja, das ist nicht von der Hand zu weisen, denn als meine Vorfahren Mitte des 19.Jahrhunderts geschaffen wurden, waren vermutlich unter anderem Setter in der Zucht beteiligt. Weiter wird davon ausgegangen, dass Neufundländer, Labrador und der Colli noch eingekreuzt wurden.

Wollt ihr noch etwas über meine wichtigsten Organe wissen? Dann liest weiter!

Meine Augen

Ich habe dunkelbraune Augen. Diese benutze ich, um etwas zu bekommen. Ich weiss genau, dass Hundebesitzer meistens etwas Feines in der Tasche haben. Ich setze dann meinen „ich-bekomme-nie-was-zu-essen“ Blick auf. Könntet ihr da widerstehen? Wenn ich geknuddelt werden will, dann benütze ich meinen „ich-bin-ja-so-lieb“ Blick. Glaubt mir, damit erreiche ich mein Ziel!

Meine Ohren

Im Grossen und Ganzen ein wirklich gut funktionierendes Organ von mir. Stellt euch vor, das kann ich ein- und ausschalten, ganz wie ich will. Das Klappern der Futterschüssel, die Tüte der Leckerli, Wörter wie spazieren, Auto und Benja (meine Freundin) höre ich immer sofort, klar und deutlich. Da stehe ich innert Sekunden auf der Matte. Wenn ich allerdings das Wort HIER höre können die Ohren schon mal auf „aus“ schalten. Ich kann einfach nichts dafür, denn ich bin ein Flat!

Meine Nase

Die Nase brauche ich um zu Suchen oder Feines zu schnüffeln. Wenn meine Leute am Essen sind, wandert meine lange Nase auch gerne unversehen auf dem Tisch – kein Problem für mich und meine Grösse!

Der Fang/ das Gebiss

Den Fang brauche ich vor allem zum Apportieren und Tragen von unterschiedlichen Gegenständen. Aber auch, und das ist das Wichtigste im Flat-da-sein, für die Nahrungsaufnahme. Das nicht nur zu Hause, sondern manchmal auf dem Spaziergang!

Die Rute

Häufig kommt es vor, wenn ich irgendwo auf Besuch bin, mit meiner Rute eine Vase oder ein Weinglas umkippe. Das mache ich aber bestimmt nicht aus Absicht! Schliesslich muss ich ja irgendwie meine Freude zum Ausdruck bringen.

Die Pfoten

Ein gutes Werkzeug um meine Zweibeiner am Morgen aufzuwecken. Ein Klatsch mit der Pfote ins Gesicht ist am wirksamsten! Manchmal aber bekommt meine Freude bei Begegnungen mit bekannten Zweibeinern etwas überhand und dann benützte ich die Pfoten gerne um einen Pfoten-Abdruck auf ihren Kleidern zu hinterlassen.

Die Zunge

Dieses Organ brauche ich sehr viel. Nachdem die Zweibeiner nach meinem morgendlichen Pfotenklatsch aufgewacht sind, werden sie zuerst von mir gewaschen und geküsst.

So bin ich ….. eben ein typischer Flat!

© Sabrina Baumann `05